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A WAY OF SEEING - wie Landschaftsfotografie meinen Blick geprägt hat

27. Aug.
3 Min. Lesezeit

BEVOR ICH HOCHZEITEN FOTOGRAFIERT HABE, WAR DA DIE LANDSCHAFT

Minimalistische Wasserlandschaft mit einzelnen Holzpfählen und Vögeln im sanften Morgenlicht

Sie war über viele Jahre ein wichtiger Teil meiner Fotografie und hat wahrscheinlich mehr von meinem heutigen Blick geprägt, als mir damals bewusst war.

Mich hat dabei nie interessiert, einen schönen Ort einfach nur möglichst schön abzubilden.

Ein Landschaftsfoto sollte für mich nie nur zeigen, wo ich gewesen bin.

Es musste etwas mehr da sein.

Ein besonderes Licht.

Eine besondere Stimmung.

Ruhe.

Manchmal Nebel, Bewegung oder eine fast vollständige Reduktion auf wenige Formen.

Dieser kurze Augenblick, in dem aus einem vertrauten Ort plötzlich ein Bild wird.


Holzsteg zwischen hohem Schilf mit bewusst bewegter und malerischer Bildwirkung


Schilf im warmen Gegenlicht mit weichem Licht und geringer Schärfentiefe





NICHT DER ORT ALLEIN

Ein spektakulärer Ort ergibt für mich noch lange kein besonderes Foto.

Oft interessieren mich gerade die unscheinbaren Landschaften.

Ein paar Pfähle im Wasser. Schilf im Gegenlicht. Ein alter Steg. Nebel über einem See.

Dinge, an denen man vielleicht einfach vorbeigehen würde.

Fotografie beginnt für mich dort, wo Licht, Stimmung und Komposition daraus etwas Eigenes entstehen lassen.

Manchmal geht es dabei auch gar nicht darum, eine Landschaft möglichst realistisch wiederzugeben.

Bewegung darf sichtbar werden. Wasser darf durch eine lange Belichtung beinahe verschwinden. Formen dürfen sich auflösen.

Dann wird aus dem Abbild eines Ortes eine Interpretation.






ZEIT

Schwarzweiß Landschaftsfotografie eines Holzstegs bei ruhigem Wasser in Langzeitbelichtung

Vielleicht ist Zeit der größte Unterschied zwischen Landschaftsfotografie und Hochzeitsfotografie.

Eine Hochzeit wartet nicht.

Ein Blick kann nach einer Sekunde verschwunden sein. Eine Berührung wiederholt sich nicht. Menschen bewegen sich und oft passieren mehrere Dinge gleichzeitig.


Ich muss beobachten, vorausdenken und reagieren.

In einer Landschaft kann ich stehen bleiben.

Manchmal sehr lange.

Ich kann beobachten, wie sich Wolken verändern, wie Nebel dichter wird oder sich wieder auflöst und wie aus hartem Licht plötzlich etwas Sanftes entsteht.

Und manchmal wartet man und das Bild entsteht trotzdem nicht.

Auch das gehört dazu.


WARTEN AUF LICHT

Minimalistische Schwarzweiß Aufnahme alter Holzpfähle in einer ruhigen Wasserfläche

Licht war wahrscheinlich schon damals das, was mich am meisten fasziniert hat.

Nicht unbedingt der spektakuläre Sonnenuntergang.

Oft sind es die Minuten davor oder danach.

Wenn Farben zurückhaltender werden.

Wenn Himmel und Wasser beinahe ineinander übergehen.

Wenn aus einzelnen Formen nur noch Linien und Flächen werden.

Licht kann einen Ort vollkommen verändern, obwohl sich an diesem Ort selbst nichts verändert hat.

Vielleicht habe ich gerade dort gelernt, genauer hinzusehen.


RUHE UND REDUKTION

Alte Stegreste in einer nebeligen Wasserlandschaft in Schwarzweiß

Mit der Zeit haben mich Landschaftsbilder immer stärker interessiert, wenn sie nicht alles gleichzeitig erzählen.

Wenige Elemente.

Viel Raum.

Eine klare Form.

Manchmal fast nichts.

Diese Reduktion empfinde ich nicht als Leere.

Im Gegenteil.

Sie gibt einem Bild Raum zum Wirken.

Vielleicht erklärt das auch, warum mich heute in meiner Hochzeitsfotografie nicht nur die großen Ereignisse interessieren.

Ich suche genauso nach kleinen Gesten, Räumen, Licht und all den Augenblicken dazwischen.


Winterliche Wasserlandschaft mit Stegen und sanftem goldenem Licht am Horizont

Landschaftsfotografie und Hochzeitsfotografie sind trotzdem zwei vollkommen unterschiedliche Arten zu arbeiten.

Die eine schenkt mir Zeit.

Die andere verlangt Aufmerksamkeit innerhalb eines Augenblicks.

Bei einer Landschaft kann ich auf den richtigen Moment warten.

Bei einer Hochzeit muss ich ihn manchmal vorausahnen.

Und trotzdem suche ich in beiden Welten letztlich nach sehr ähnlichen Dingen.

Nach Licht.

Nach Atmosphäre.

Nach Tiefe.

Nach einer Komposition, die nicht zufällig wirkt.

Und nach diesem kurzen Augenblick, in dem etwas Gewöhnliches plötzlich besonders wird.


A WAY OF SEEING

Heute ist die Hochzeitsfotografie der Mittelpunkt meiner fotografischen Arbeit.

Mein Stil hat sich verändert und weiterentwickelt.

Aber vieles von dem, was mich damals an Landschaften fasziniert hat, ist geblieben.

Die Aufmerksamkeit für Licht.

Die Liebe zu Raum und Weite.

Die Suche nach einer besonderen Stimmung.

Und der Wunsch, nicht einfach nur zu zeigen, wie etwas ausgesehen hat.

Ein Bild soll für mich etwas davon bewahren, wie sich dieser Moment angefühlt hat.

Vielleicht ist Landschaftsfotografie deshalb für mich bis heute mehr als ein fotografischer Ausgleich.

Sie hat meine Art zu sehen geprägt.

Und vieles davon begleitet mich heute jedes Mal, wenn ich eine Kamera in die Hand nehme.


Langer Holzsteg über ruhigem Wasser bei intensivem Licht nach Sonnenuntergang


 
 
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